Grundfutterergebnisse 2018 - Stand 26.10.2018

         
         
         
         
         
1. Schnitt
Jahr TMasse g RAsche g RProtein g RFaser g NDF ADF Zucker g MJ NEL
2015 321 91 153 241 469 276 63 6,27
2016 377 92 168 204 399 264 115 6,50
2017 361 99 149 210 421 246 112 6,52
2018 351 96 180 234 466 279 74 6,30
Seit einigen Jahren sind zwei neue Begriffe bei der Grundfutteruntersuchung aufgelistet. Die NDF (Neutral-Detergenz-Faser) und die ADF (Säure-Detergenz-Faser) sind Werte, die künftig die Rohfaser ersetzen werden. In der NDF sind ADF und Hemicellulosen enthalten. Die ADF enthält neben der Cellulose auch die unverdauliche Gerüstsubstanz Lignin und ist damit ein Zeiger für die Verdaulichkeit des Futters. Zielwerte für NDF sind < 480 und ADF < 270 bei Grassilage.
Im Vergleich zu den Vorjahren kann man erkennen, dass 2018 die NDF und ADF deutlich höhere Werte aufweisen. Durch das rasche Wachstum sind die Gräser sehr schnell in die Verholzung gegangen. Gerade die später geernteten Proben zeigen einen erhöhten NDF- und ADF-Wert: Erfreulich ist der Rohproteinwert mit 180 g zu sehen. Der Zuckergehalt ist in den meisten Proben heuer wieder in einem guten Bereich. Der Energiegehalt mit 6,30 ist auch aufgrund der Verholzung relativ niedrig.
         
         
         
         
         
2. Schnitt
Jahr TMasse g RAsche g RProtein g RFaser g NDF ADF Zucker g MJ NEL
2015 363 106 152 242 462 281 82 6,31
2016 342 100 149 252 469 300 51 6,21
2017 374 113 162 237 459 287 68 6,23
2018 368 100 168 250 492 300 63 5,96
Der 2. Schnitt wurde bereits wieder nach ca. 30 bis 32 Tagen geerntet. Durch die trockenen Ernteverhältnisse wurde sehr sauber geerntet. Das Rohprotein liegt mit 16,8 % noch immer sehr hoch. Ein Problem bereitet der hohe NDF- und ADF-Wert. Gerade bei Beständen mit einem hohen Anteil an Bastardweidelgras, das sehr früh in die Reifephase geht, ist der Verholzungsgrad der Proben sehr hoch. Diese hohen Werte sind auch der Grund für den niedrigen Energiewert in unseren Silageproben.
         
         
         
         
         
3. Schnitt
Jahr TMasse g RAsche g RProtein g RFaser g NDF ADF Zucker g MJ NEL
2015 378 106 165 246 447 281 73 6,23
2016 380 105 158 253 483 301 57 6,13
2017 391 118 172 235 460 292 63 6,05
2018 414 106 171 236 476 287 79 6,00
Die Einzelergebnisse zum 3. Schnitt sind nicht mehr nach dem Schnittzeitpunkt zu bewerten sondern entscheidend ist auch hier der Abstand zum 2. Schnitt. Die Rohproteinwerte liegen mit 171 g sehr gut. Der Energiegehalt ist eher knapp und muss mit Maissilage oder einem energiebetonten Kraftfutter ausgeglichen werden. Erschreckend hoch ist der Trockenmassegehalt von einigen Silagen. Proben über 50 % TM sind heuer keine Seltenheit. Hier ist die Gefahr einer Nachgärung sehr hoch. Diese Silagen sollten mindestens 8 Wochen geschlossen bleiben und wenn möglich erst in der kalten Jahreszeit gefüttert werden. Ein hoher Vorschub am Silo ist zu empfehlen (mind. 2.5 m die Woche).
         
         
         
         
         
4. Schnitt
Jahr TMasse g RAsche g RProtein g RFaser g NDF ADF Zucker g MJ NEL
2015 382 111 185 234 447 276 64 6,26
2016 367 117 177 239 462 294 44 6,10
2017 379 122 183 231 460 287 45 6,03
2018 374 117 188 227 470 278 52 5,96
Der 4. Schnitt wurde heuer von 18.07. bis 14.09. geerntet. Die Haupternte war bei uns im Zeitraum vom 02. bis 08. August. Mit dem 4. Schnitt ist auch eine deutliche Steigerung im Rohproteingehalt zu sehen. Der niedrige Energiegehalt von 5,96 MJ NEL lässt sich auch auf die geringere Gasbildung bei den Proben zurückführen. Silagen, die in der Haupttrockenzeit im August geerntet wurden, haben sehr viel vertrocknete Komponenten im Futter. Bei Kotauswaschungen sind häufig filzartige Faserrückstände zu sehen. Aufgrund der oftmals sehr niedrigen Energiegehalte sollte der 4. Schnitt in vielen Betrieben an das Jungvieh verfüttert werden.
         
         
         
         
         
5. Schnitt
Jahr TMasse g RAsche g RProtein g RFaser g NDF ADF Zucker g MJ NEL
2015 385 116 198 219 401 256 56 6,47
2016 352 115 185 228 436 274 43 6,32
2017 325 126 183 217 430 271 36 6,11
2018 370 131 216 206 440 249 43 6,11
Der 5. Schnitt wurde von Mitte August bis Ende September geerntet. Diese große Zeitspanne beinhaltet sowohl die Intensität der Bewirtschaftung wie auch die Verfügbarkeit von Wasser. An Standorten, an denen es genügend Niederschläge gab, mussten heuer vielfach 6 oder sogar 7 Schnitte geerntet werden, um ein einigermaßen junges Futter ernten zu können. Im 5. Schnitt ist der Wert beim Rohprotein nochmals angestiegen. Der hohe Durchschnittswert von 216 g birgt aber auch die Gefahr von hohen Nitrat-Werten. In Jahren mit Trockenheit sind sehr häufig, gerade bei den Herbstschnitten, sehr hohe Nitratwerte zu sehen. Dies hat sich auch bei den heurigen Proben bestätigt. Plötzlich auftretende hohe Milchharnstoffwerte sind auch ein Zeichen des hohen Nitratgehalts in der Silage. Der ADF-Wert ist mit 249 im unteren Bereich. Der Rohaschegehalt ist mit 131 g sehr hoch.
Mineralstoffuntersuchung
Heuer wurden etwas mehr Proben auf Mineralstoffe untersucht. Insbesondere im Hinblick auf die neue Dünge-Verordnung ist die Höhe der Mineralstoffgehalte im Grundfutter von großer Bedeutung. Infolge des verstärkten Einsatzes von Rapsprodukten ist bei den Rationsberechnungen für die Milchkühe der Anteil an verfügbarem Phosphor mehr als genügend. Der Wert in der Gruber Fütterungstabelle für Grassilage 1. Schnitt liegt bei 3,7 bis 4,0 g je kg TS. Die aktuellen Untersuchungsergebnisse in unserem Einzugsgebiet schwanken von 2,0 g bis 4,7 g.
Aufgrund dieser Ergebnisse könnte in vielen Milchviehrationen ein Mineralfutter ohne Phosphor eingesetzt werden. Gerade auch im Hinblick auf die künftige Stoff-Strom-Bilanz sollte jeder Milchviehhalter bereits jetzt auf eine Reduzierung beim Phosphor achten. Eine Mineralstoffuntersuchung des Grundfutters ist ein Muss für jeden Milcherzeuger.
        
        
        
        
        
        
Silomais
Jahr TMasse g RAsche g RProtein g RFaser g NDF Stärke g MJ NEL
2014 340 41 77 194 387 317 6,75
2015 367 31 77 199 407 339 6,80
2016 347 31 71 195 402 335 6,81
2017 362 34 79 193 395 312 6,91
2018 370 37 80 219 417 310 6,63
Der Silomais wurde heuer je nach Standort und Trockenheit vom 12.08. bis 10.10. geerntet. Regionale Unterschiede gab es bei den Niederschlägen. Manchmal reichte ein zusätzlicher Regentag, damit der Silomais im Ertrag deutlich besser abschneiden konnte. Hier war wieder der Süden deutlich begünstigt. Im nördlichen Landkreis konnte man auf sandigen bzw. kiesigen Standorten Trockenschäden beobachten. Bedingt durch das trockene Wetter wurde der Mais manchmal zu trocken geerntet. Proben mit deutlich über 400 g TM sind heuer keine Seltenheit. Hier ist die Gefahr einer Nachgärung nach dem Öffnen sehr groß. Auffallend ist auch der hohe Rohfasergehalt. Betriebe mit eher weniger Futter haben die Schnitthöhe so kurz wie möglich gewählt. Auch der niedrige Energiegehalt mit 6,6 NEL ist teilweise darauf zurückzuführen.

Ansprechpartner

Josef Schmalzbauer
AELF Traunstein
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Fachzentrum Rinderhaltung